
Fotocredit: BlickGrafik
In der Nacht auf 1. Jänner 2026 kam es in der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana (Kanton Wallis) zu einer Brandkatastrophe. 40 Menschen starben, 116 wurden verletzt. Die Ermittlungen sind nicht abgeschlossen; nach bisherigem Stand wird ein Zusammenhang mit pyrotechnischen „Fontänen“/Sprühkerzen und einem entzündlichen Decken-Schallschutz geprüft.
Der Fall ist für die Veranstaltungsbranche so relevant, weil er typische Risikoketten sichtbar macht: Effekte im Innenraum, Materialwahl, Personendichte, Engstellen und fehlertolerante Abläufe in der ersten Minute.
1) Pyrotechnische Effekte: Innenraum ist nicht Außenraum
Was draußen beherrschbar scheint, kann drinnen in Sekunden zur Brand- und Rauchentwicklung führen. Der aktuelle Ermittlungsstand nennt genau diese Effekte als möglichen Ausgangspunkt.
2) Decken und Wände sind oft der „Brandbeschleuniger“
Schallschutzmatten, Akustikschaum, Dekorationen und Verkleidungen wirken im Ereignisfall als zusätzliche Brandlast. Wenn solche Materialien entzündet werden, kippt die Lage rasch.
3) Fluchtwege und Türen müssen unter Stress funktionieren
In der Praxis scheitern Räumungen nicht am „Plan“, sondern an Engstellen, Möblierung, temporären Sperren oder Türen, die im Vollbetrieb nicht so nutzbar sind wie vorgesehen.
4) Räumungsorganisation: Führung schlägt Aktionismus
Zuständigkeiten (Alarmierung, Durchsagen, Tür-/Personenmanagement, Einweisung der Einsatzkräfte) müssen vorab festgelegt, unterwiesen und geübt werden – inklusive sauberer Dokumentation.
5) Kontrollen und Nachverfolgung sind gelebter Brandschutz
In Medienberichten wird auch die Frage nach Kontrollen thematisiert – unabhängig vom Einzelfall bleibt die Lehre: Mängel erkennen, abstellen, nachhalten.
Schlussfolgerung: Crans-Montana ist ein drastischer Reminder: „Show“ darf niemals Sicherheitslogik ersetzen. Wer heute Effekte, Materialien, Fluchtwege, Türen und Räumungsabläufe konsequent prüft, reduziert morgen das Risiko entscheidend.


